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Das EGYM BioAge

Damit Mitglieder leichter verstehen, wie sich ihr Training positiv auf ihre individuelle Fitness und Gesundheit auswirkt ist es entscheidend, Fortschritte sichtbar zu machen. Denn wer Fortschritte sieht, dem fällt es leichter motiviert zu bleiben. Das EGYM BioAge ist ein umfassender Fitness und Gesundheits Indikator, der eine Vielzahl von Messungen des Nutzers berücksichtigt und einen leicht verständlichen BioAge berechnet, der in Bezug auf das tatsächliche Alter eines Mitglieds einfach zu interpretieren ist.

Lesezeit

Ungefähr 10 Min.

Warum gibt es das BioAge überhaupt?

Unsere Motivation ist es die heutigen Möglichkeiten der Digitalisierung und Technologie zu nutzen, um das Training im Fitnessstudio für jeden erfolgreich zu machen (“Make the Gym work for Everyone”).

Jeder weiß, dass körperliches Training einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Schwieriger aber ist es, das genaue Ausmaß dieses Effektes messbar und leicht verständlich zu machen. Die größte Herausforderung unserer Branche besteht darin, Mitglieder bei folgenden Fragestellungen zu unterstützen: Wie kann ich mich selbst zu regelmäßigem Training motivieren? Wie ist mein aktueller Gesundheitszustand, wie war er vor einiger Zeit? Wie kann ich am besten fit werden? Wie sehe ich die positiven Auswirkungen auf meine Gesundheit und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin? 

All das sind genau die Gründe wieso wir das EGYM BioAge konzipiert haben. Kurz gesagt existiert das BioAge, um:

  • Eine gut durchdachte und wissenschaftlich fundierte Bewertung des Gesundheitszustandes zu ermöglichen 
  • Eine strukturierte und zielgerichtete individuelle Trainingsberatung zu ermöglichen 
  • Das Nachvollziehen und Visualisieren der positiven Auswirkungen des Trainings auf die eigene Gesundheit für den Massenmarkt-Kunden zu ermöglichen

Andere Elemente unseres Ansatzes sind komplementär zum EGYM BioAge, als umfassender Gesundheits- und Fitnessindikator. Zum Beispiel helfen unsere Aktivitätspunkte und Aktivitätslevel dabei, Mitglieder dafür zu belohnen, dass sie aktiv sind, sogar schon bevor Veränderungen in Gesundheit und Fitness messbar sind, sowie die gesunde Gewohnheit zu entwickeln, regelmäßig zu trainieren.


Was steckt hinter dem BioAge?

Um das BioAge zu berechnen, verwendet EGYM eine ausgeklügelte Analyse verschiedener wissenschaftlich nachgewiesener Faktoren, die in direkter Beziehung zur körperlichen Leistungsfähigkeit, der Gesundheit und des Status des Immunsystems stehen - es stellt also einen ganzheitlichen Ansatz dar. Dank des einzigartigen, großen Datenpools auf das wir bei EGYM als Referenz zurückgreifen zu können, bietet das EGYM BioAge eine sehr zuverlässige Benchmark-Berechnung mit Millionen von Datenpunkten, die über viele Jahre gesammelt wurden. Dies ermöglicht auch, die Berechnung immer weiter zu optimieren und noch präziser zu machen. Das alles natürlich mit dem Ziel Trainer und Mitglieder dabei zu unterstützen gemeinsam Fitness und Gesundheitsziele zu erreichen.

Das EGYM BioAge kombiniert eine Vielzahl von Messwerten und Gesundheitsparametern, die in drei Bereiche unterteilt werden:

  • Kraft
  • Stoffwechsel
  • Kardio
     

Kraft

Stoffwechsel

Kardio

Oberkörper 

Rumpf

Beine

BMI

Körperfett-Anteil

Taille-Hüft-Verhältnis

Ruhepuls

Blutdruck

VO2max

EGYM BioAge - Parameter der Berechnung

 

Wie kommt der Wert des BioAge zustande?

Das biologische Alter zeigt, wo Trainierende im Vergleich zu typischen Durchschnittswerten ihres realen Alters stehen. So wird zum Beispiel für den “Kraft” Wert die an EGYM Smart Strength Maschinen erzielte Maximalkraftleistung mit den vorliegenden Daten verschiedener Altersgruppen verglichen.

Das lässt sich auch so beschreiben: Wenn zum Beispiel ein 50-Jähriger eine Leistung erzielt, die dem Durchschnitt aller 45-Jährigen Nutzer entspricht, resultiert daraus folglich ein jüngeres biologisches Alter – von 45 Jahren. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Ein schlecht trainierter 30-Jähriger, der nur die durchschnittliche Maximalkraftleistung aller 40-Jährigen im Vergleich erbringt, ist entsprechend biologisch schon 40 Jahre alt.

 

Wie stehen die Parameter des BioAge in Bezug zur Gesundheit?

Der “Kraft” Wert 

Der “Kraft” Wert setzt das Körpergewicht des Benutzers in Relation zu seiner Kraft. 

Die Kraft ist die Grundlage einer Person, um mechanische Aufgaben zu verrichten, Kräfte und Momente auszuüben. Ein Verlust an Muskelmasse und Kraft kann verschiedene Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen, wie Abnahme der Knochendichte, Fettzunahme und Diabetes (Westcott, 2012). Darüber hinaus ist die Auswirkung einer Sarkopenie (Verlust von Muskelmasse und Kraft) ein weit verbreitetes Problem in modernen Bevölkerungen, das durch ein Widerstandstraining wirksam verzögert werden kann (Morley et al., 2011). Starke Muskeln fungieren auch als hormonell aktives Organ Organ, das schützende Myokine produziert, die das Immunsystem verjüngen (Nieman und Wentz, 2019). 

Der “Stoffwechsel” Wert

Der “Stoffwechsel” Wert gibt weitere Einblicke in den Gesundheitszustand, indem er Gewicht, Fett und Größe in Beziehung setzt. Er wird durch den Body-Mass-Index (BMI), die Körperzusammensetzung und das Taille-Hüft-Verhältnis berechnet. Der BMI ist ein weit verbreiteter, leicht zu berechnender Gesundheitsindikator, sollte aber nicht in Isolation betrachtet werden. Daher geht das EGYM BioAge weiter. Ein guter Stoffwechselzustand ist auch ein Indikator für ein gut funktionierendes Immunsystem (de Heredia et al., 2003). Kombiniert mit dem Körperfettanteil und dem Taille-Hüft-Verhältnis gibt er das Vorhersage-Niveau für den Stoffwechsel des Anwenders signifikant an.

  • Der Körperfettanteil setzt das Körperfett in Relation zur Gesamtkörpermasse. Ein Körperfettanteil innerhalb des Normbereichs ist ein Hauptfaktor für die Prävention des metabolischen Syndroms (Zhu et al., 2003). Darüber hinaus ist er mit der Verringerung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Senkung des Krebsrisikos verbunden (Britton et al., 2013 und De Koning, 2007).
  • Das Taille-Hüft-Verhältnis als Schätzwert für die abdominale Fettverteilung ist mit kardiovaskulären Erkrankungen und Ereignissen assoziiert (De Koning et. al., 2007). Eine noch bessere Vorhersage ergibt sich, wenn die Messergebnisse mit der BMI-Messung kombiniert werden können, wie beim EGYM BioAge (WHO, 2011). Das Verhältnis von Taille zu Hüfte wird berechnet, indem der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt wird.
  • Ein BMI-Wert innerhalb des vorgeschlagenen Normbereichs steht im Zusammenhang mit reduzierten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Dyslipidämie und Gesamtmortalität (U.S. Department of Health and Human Services, 2013). Der BMI ist definiert als das Gewicht einer Person in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (kg/m²).
     

Der “Kardio” Wert

Der “Kardio” (kardiovaskuläre) Wert kombiniert den Ruhepuls, den Blutdruck und das VO2max. Er gibt einen Überblick über die kardiovaskuläre Kapazität, Leistung und Gesundheit. Ein starkes Herz-Kreislauf-System ist auch mit einem starken Immunsystem verbunden (Kullo et al., 2007). Diese Methoden werden in der medizinischen Praxis allgemein zur Bestimmung des Gesundheitszustands verwendet.

  • Die VO2max wird als das präziseste Maß für die kardiovaskuläre Fitness angesehen und häufig zur Beurteilung des Status von Sportlern verwendet. Eine höhere VO2max geht mit einer größeren Fähigkeit des Körpers einher, Sauerstoff zu übertragen und zu verbrauchen (Hawley, 1992).
  • Ein hoher Blutdruck kann ein Indikator für Grunderkrankungen sein und kann langfristige Auswirkungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen haben. (Williams, 2018; Frese, 2011).
  • Eine niedriger Ruhepuls ist ein guter Indikator für die kardiovaskuläre Fitness (Silva, 2018). Daher sagen niedrigere Werte ein verringertes Risiko für koronare Herzerkrankungen, myokardiale Ereignisse und die allgemeine Sterblichkeit bei kardiovaskulären Erkrankungen voraus (Fox et al., 2007).

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Literatur & Quellen

Britton, K.A.; Massaro, J.M.; Murabito, J.M.; Kreger, B.E.; Hoffmann, U.; Fox, C.S. (2013). Body fat distribution, incident cardiovascular disease, cancer, and all-cause mortality. Journal of the American College of Cardiology 62(10): 921-925.

De Koning, L., Merchant, A. T., Pogue, J., & Anand, S. S. (2007). Waist circumference and waist-to-hip ratio as predictors of cardiovascular events: meta-regression analysis of prospective studies. European heart journal, 28(7), 850-856.

Fox, K., Borer, J. S., Camm, A. J., Danchin, N., Ferrari, R., Sendon, J. L. L., ... & Heart Rate Working Group. (, 2007). Resting heart rate in cardiovascular disease. Journal of the American College of Cardiology, 50(9), 823-830. 

Frese, E. M., Fick, A., & Sadowsky, H. S. (2011). Blood pressure measurement guidelines for physical therapists. Cardiopulmonary physical therapy journal, 22(2), 5. 

Hawley, J.A., and Noakes, T.D. (, 1992). Peak power output predicts maximal oxygen uptake and performance time in trained cyclists. European Journal of Applied Physiology, 65: 79-83.

de Heredia, F.P.; Gómez-Martínez, S.; Marcos A. (2003). Obesity, inflammation, and the immune system. Proceedings of the Nutrition Society. 71(2): 332-338

Kullo I.J.; Khalegh, M.; Hensrud, D.D. (2007). Markers of inflammation are inversely associated with V̇o2 max in asymptomatic men. Journal of Applied Physiology. 102(4): 1374-1379

Morley, J. E., Baumgartner, R. N., Roubenoff, R., Mayer, J., & Nair, K. S. (2001). Sarcopenia. Journal of Laboratory and Clinical Medicine, 137(4), 231-243.

Nieman DC, Wentz LM. 2019. The compelling link between physical activity and the body's defense system. Journal of Sport and Health Science. 8(3): 201-217.

Silva, D. A. S., Lima, T. R. D., & Tremblay, M. S. (2018). Association between resting heart rate and health-related physical fitness in Brazilian adolescents. BioMed research international, 2018.

Westcott, W. L. (2012). Resistance training is medicine: effects of strength training on health. Current sports medicine reports, 11(4), 209-216.

World Health Organization. (, 2011). Waist circumference and waist-hip ratio: report of a WHO expert consultation, Geneva, 8-11 December 2008. 

Zhu, S.; Wang, Z., Shen, W.; Heymsfield, S.B.; Heshka, S. (2003). Percentage of body fat ranges associated with metabolic syndrome risk: results based on the third National Health and Nutrition Examination Survey (1988-1994). The American Journal of Clinical Nutrition. 78(2): 228-235